Verfasst von: dina88 | Juli 13, 2008

Eine Busfahrt, die ist lustig…

So,  hiermit melde ich mich zurueck aus dem Urlaub! Der mit einer sehr lustigen Busfahrt angefangen hat…

Der erste aussergewoehnliche Zwischenfall war, dass wir in Otavalo an der Strasse gestanden haben, und 45 Minuten lang kein einziger Quito-Bus vorbeigefahren ist. Obwohl diese normalerweise alle 5 Minuten kommen. Aber gut, das war noch kein grosses Problem, als wir keine Lust mehr auf Warten hatten, sind wir zur Pana gelaufen, wo nach 15 weiteren Minuten (sehr merkwuerdig…) ein Bus aus Ibarra vorbeikam, der uns noch mitgenommen hat.

In Quito lief eigentlich alles ohne Probleme, Ticket gekauft, Bus gefunden, wir wollten unsere Rucksaeckt abgeben, damit sie unten im Gepaeckraum mitfahren – aber nein, alles voll, ihr muesst die Rucksaecke mit nach oben nehmen. Die naechste unangenehme Ueberraschung: Unsere Plaetze waren in der letzten Reihe, gleich neben dem Klo. Umgeben von lauter Gepaeck, was man schon nicht mehr unten hatte unterbringen koennen, so dass wir noch nicht mal unsere Rueckenlehnen nach hinten stellen konnten. Bei einer Nachtfahrt sehr unangenehm, die ganze Zeit kerzengerade sitzen zu muessen. Vor allem, wenn derjenige, der vor dir sitzt, seinen Sitz so weit nach hinten klappt, dass er quasi auf deinem SChoss liegt. Ohne zu fragen natuerlich.

Das naechste Problem: Irgendwie hatten sie sich mit dem Ticketverkauf und der Vergabe der Plaetze vertan (Ecuadorianer sind halt nicht so gut im Zaehlen :-)), jedenfalls waren manche Plaetze doppelt vergeben, andere gar nicht, und es kam zu einigen Diskussionen. Der Busfahrer war ueberzeugt, es gaebe genug, man mueste sich nur anders verteilen, und ist im Vertrauen darauf schonmal losgefahren. Leider fehlte dann doch genau ein Platz, und es stellte sich heraus, dass dies aber niucht Schuld des Busunternehmens war, sondern der Frau, die den Platz besetzt hatte- sie hatte naemlich ein Ticket fuer den Bus um Mitternacht, war aber in den um 23 Uhr eingestiegen. Der arme Mann, dem der Platz eigentlich zugestanden haette, stand nun im Gang. DA konnte er aber schlecht stehen bleiben waehrend der 9 Stunden bis nach Cuenca. Die Frau aber weigerte sich schlicht und einfach, wieder auszusteigen. Das wurde dem Busfahrer nach einer halben Stunde dann doch zu bunt, und er fuhr die naechste Tankstelle an, um die Frau aus dem Bus zu schmeissen. Sie wollte aber selbst unter Androhung von Polizei ihren Platz nicht verlassen. Das wurde dann der Frau vor uns zu bunt, eine Afro-Ecuadorianerin, also eine Schwarze, die das als Schande fuer die SChwarzen sah, da die Frau vorne auch eine Schwarze war. Sie wollte nun die Angelegenheit unter Ihresgleichen regeln, im breitesten Afro-Slang- einfach nur lustig anzusehen, Mia und ich haben uns koestlich amuesiert und alles auf Kamera festgehalten. Das ganze endete fast in einer Schlaegerei, irgendwann haben aber alle aufgegeben, der Mann hat sich irgendwo in den Gang gesetzt und der Busfahrer ist weitergefahren.

Nach ein paar Stunden sind die ersten auch schon wieder ausgestiegen, also musste der arme Kerl doch nicht 9 Stunden im Gang sitzen. Der Nachteil daran war, dass jedesmal, wenn jemand aussteigen msuste, wir unsere Plaetze raumen mussten, ad dort hinter und drunter ja das ganze Gepaeck gelagert war- also alles ausrauemen, Taeschchen von unten rauskramen, wieder zurueckrauemen und weiterschlafen. Wenn da nicht das Klo gewesen waere. Auch das war gut besucht, jedoch war die Tuer nicht so leicht zu oeffnen, woran einige gescheitert sind und eine der afrikanischen Mamis vor uns wieder aufgestanden ist und sich mit aller Kraft dortgegen geworfen hat- nur so ging die bloede Tuer naemlich auf. Zu allem Ueberfluss hat sich auch noch der Ayudante, also der Helfer vom Busfahrer, irgendwann neben uns in den Gang gelegt – und dort sehr gut geschlafen, waehrend ich kein Auge zugekriegt habe. Ich war froh, als wir um 8 Uhr morgens endlich in Cuenca angekommen waren!

Die paar Tage dort waren zum GLueck sehr erholsam, obwohl wir mit einem kleinen Kulturschock kaempfen mussten- Cuenca ist eine sehr europaeische Stadt, alles tiptop sauber, alle Haueser in super Zustand, Cafes und Bars an jeder Ecke, schicke Laeden, sogar der Markt ist 10mal hygienischer als in Otavalo. An sich ist das ja alles sehr positiv- trotzdem fehlte uns etwas das Ecuador-Flair. An einigen Ecken denkt man echt, man sei in Wien oder Muenchen oder so.Im Cafe austria kann man sogar warmen Apfelstrudel mit Vanilleeis essen. Oder Linzer Torte. Oder Rindergulasch. Es gibt einen Touri-Bus wie in Hamburg oder Berlin oder so, rot und zweistoeckig, mit dem man Stadt- Rundfahrten machen kann. Haben wir sogar gemacht, aber wir haben uns dabei furchtbar gefuehlt, furchtbar touristisch…

Trotz all dem, was uns auf einmal merkwuerdig vorkam, haben wir die Zeit genossen. Cuenca ist eine schoene Stadt, man kriegt nicht so den Grossstadt-Koller wie in Quito, nur auf die Autos muss man aufpassen. In Otavalo gibts nur Einbahnstrassen, und wir wissen mitlerweile, aus welcher Richtung die Autos kommen, aber die Kombination aus engen, zweispurigen Strassen und dem ecuadorianischen Fahrstil ist nicht ganz ungefaehrlich. Wenn man alle Kreuzungen ohne Unfall ueberquert, kann man sehr gut einkaufen gehen, viele schoene Laeden, im ecuadorianischen Vergleich teuer, aber bessere Qualitaet, und wo in Deutschland kriege ich nen schicken, warmen Wollpulli fuer 20 Dollar, bzw. 13 Euro? Also noch schnell Konto pluendern, jetzt sinds ja nur noch 2 Wochen…

Essensmaessig waren wir auch ganz schlau, haben uns ein (sehr empfehlenswertes) Hostal mit Kueche gesucht, billig Gemuese auf dem MArkt gekauft, uns 4Tage wahlweise von Gemuesesuppe oder Nudeln mit Gemuesesosse ernaehrt, und das so gesparte Geld im Eiskaffee gelassen. Mmmmhhh…

Am Mittwoch ging es weiter nach Latacunga, obwohl eigentlich nur 3/4 der Strecke haben wir wieder 9 Stunden gebraucht. Warum muss der Busfahrer auch 1. an jedem Kiosk anhalten, um Kartoffelchips zu kaufen und 2. an jeder Marienstatue, um sich zu bekreuzigen und die arme Maria abzuknutschen? Und dann auch noch PAUSE. Tatsaechlich, die erste Pause waehrend einer Busfahrt in Ecuador. Und wofuer? Natuerlich, ein kraeftiges Almuerzo, also Mittagessen, darf nicht fehlen. Auch wenn alle am Morgen schon ueberteuerte Schokoriegel gekauft haben, weil der Verkaeufer vorher im BUs so tolle Zaubertricks aufgefuehrt hat.

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Am Donnerstag morgen war Markttour angesagt in Saquisili, nahe Latacunga, der groesste Markt des Andenhochlandes, und nicht so touristisch wie Otavalo. Wir hofften auf Otavalo-Ware, obwohl es eigentlich verrueckt ist, die dort zu kaufen. Aber es ist nunmal billiger. Als der Otavaleno dort dann merkte, dass wir in den Gemeinden von Otavalo arbeiten und mit ihm ueber seine Heimat plaudern konnten, wurde es auch gleich noch billiger… Ansonsten gabs viele Tiere zu sehen, viel Obst und Gemuese, ganz interessant: Koerbe und Toepfe und aehnliches aus alten Autoreifen. Auch sowas wird dort auf dem Markt verkauft. Sieht lecker aus…

Zurueck in Latacunga haben Mia und ich uns getrennt. Mia wollte schnell zurueck nach Hause (ist ja dann auch nicht mehr sooo weit, nur noch 5 Stunden. Das Zeitgefuehl aendert sich hire etwas…) und ich wollte Fussball gucken. Als ich die Hostal-Besitzerin gefragt habe, wo ich das denn wohl tun koennte,das Zimmer hatten wir ja schon geraumt, hat sie mich in ihr Schlafzimmer gefuehrt und mir noch nen Saft serviert. Dort habe ich dann die naechsten 2 Stunden verbracht. War ganz nett, auch wenn natuerlich mit nicht ganz so erfreulichem ERgebnis.

Gegen abend war ich wieder „zuhause“ in Otavalo. So fuehlt es sich an. Wenn wir ja nur 2 Tage von hier weg sind, habe ich Heimweh. Aber jetzt ist ja wieder gut…

Wenn alles gut geht, findet morgen unsere Tour auf den Imbabura statt. Im Moment sieht es allerdings nicht so aus, als wuerde alles gut gehen. Zwar spielt ausnahmsweise das Wetter UND die Gesundheit mit, aber naja.. Ecuadorianisches Organisationstalent. Alle Ecuadorianer, die mitwollten, muessen auf einmal doch arbeiten morgen oder heute nacht oder wie auch immer. Diesmal bin ich wirklich sauer… Nur mit Mia und Laura wollen wir nicht, weil wir uns ueberhaupt nicht auskennen und das recht gefaehrlich werden kann. Und ein Fuehrer kostet 50 Dollar pro Person, ads ist reine Abzocke. Und ausserdem natuerlich nicht so schoen, wie es waere, wenn wir mit allen Freunden von hier gehen und dort oben zelten wuerden. Ich werde dann berichten, was noch draus geworden ist!

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